Alles begann im Sommer 2014 bei der Fußballweltmeisterschaft und einer dummen Frage:

– Was/ Wo/ Wie ist eigentlich Paraguay?

Seitdem hörte Tim einfach nicht auf zu recherchieren!

Ich stand noch ein paar Semester vor meinem Bachelor-Abschluss und konzentrierte mich jedes halbe Jahr darauf, das Geld fürs Studium zu verdienen und das andere halbe Jahr darauf zu studieren.
Als wir merkten, dass wir in Gesprächen immer wieder zurück auf das Thema Südamerika kamen, beschlossen wir den Kontinent auch möglichst bald zu bereisen. Auf Grund der Größe stand auch sehr schnell fest, dass es kein “paar Wochen Urlaub” sein wird und wir länger brauchen werden.

 

Entscheidungsfindung – wie findet man raus WIE man reisen möchte?

Zuerst war es die klassische Vorstellung einfach mit einem Rucksack reisen zu wollen. Doch die Länge der Reise und unser beider Begeisterung für Autos und das Fahren hat uns schon nach einigen Monaten zum Umschwung auf Vanreisen bewegt.

Außerdem wollten wir auch unbedingt außerhalb der ausgetretenen Pfade unterwegs sein und nicht an die Fahrtzeiten der Busse, Touranbieter oder Reichweite des Flugnetzes gebunden sein. Da stehenzubleiben wo man will, dahin zu fahren wohin man will und auch dort zu bleiben wie lange man will –  das war unsere Vorstellung vom Bereisen eines so weit entfernten Kontinents.

 

Die Frage “Wann wir losfahren” stand sehr schnell fest – nach Abschluss meiner Bachelorarbeit, also Anfang 2016.

 

Welches Budget brauchen wir?

Den besten Überblick zu Reisekosten geben zweifelsohne die Reiseblogs und Reisebücher. Die uns am meisten geholfen haben findest du hier.

Parallel begann ich ein Haushaltsbuch zu führen, um vor allem unsere Versorgungskosten besser einschätzen zu können.

Die letzte Frage war “Wie viel Geld können wir bis zu Anfang / Mitte 2016 erwirtschaften?”

Am Ende stand die Summe von 20.000-30.000 € (all Inclusiv) im Raum.

 

Reiseauto: Welches soll es sein?

Dazu haben wir sehr lange Gespräche geführt und unsere Bedürfnisse hinterfragt.
Daraus entstanden 10 Fragen, die uns zeigten welches Gefährt zu uns passt – die findest du kurz und knapp hier.

Uns wurde klar: Wir wollen ein Bad mit einer Toilette, eine Küche und Tim bestand auf Kopffreiheit. Außerdem wollten wir auch mal eine Tür zumachen können, wenn man alleine sein mag und das Wetter draußen schlecht sein sollte.

 

Was ist mit unserem Gepäck? Was nehmen wir mit?

Tim hatte schon Erfahrung mit Fernreisen, er war schon in Australien, Thailand, Saudi-Arabien, Westafrika und alles mit einem Rucksack. Ich dagegen habe nur ¾ Europas, einige Teile Russland bereist und das zum größten Teil beruflich, so dass ich auf die Größe meines Gepäcks nie Acht geben musste.

Also packte ich Probe!

 

Das alles führte zu folgenden Suchkriterien für den Van:

  • mindestens 4 Meter Innenlänge (hinter den Fahrersitzen)
  • mindestens 2 Meter Innenbreite
  • am besten Diesel (kommt auch mit schlechtem Kraftstoff klar, günstiger, wartungsärmer wenn ohne Turbo)
  • ohne viel Elektronik (Mechanik lässt sich in jeder Hinterhofhütte reparieren)
  • wartungsarm (lange Filterwechsel-/ Abschmier-/ Ölwechselzyklen)
  • in Südamerika verkauft/ produziert (wegen der Ersatzteileversorgung).

 

Die Suche nach dem Gefährt

Monate des Internetsurfens folgten. Internetforen, Zeitschriften, Bücher wurden gewälzt und (ganz wichtig!!!) sich auch einige WoMos und Kastenwagen vor Ort angeschaut. Podcasts und Youtube glühten unter unseren Händen.

Eines Tages stand Tim dann vor mir, mit einer Anzeige in der Hand – unser Sternchen blickte mir entgegen – es war die Liebe auf den ersten Blick!!!

 

Nach dem Fund und Ausbau des Düdos sah die Kostenaufstellung wie folgt aus:

  • Bus: 2.500€
  • Ausbau: 2.500€  (Bilder dazu findest du hier)
  • Verschiffung (aus Sicherheitsgründen mit Tim): 5.700€
  • Flug: 500-700€
  • Reisebudget: ca.10.000€

 

Ab dem Moment lief die “Extremsparmaschine” auf Hochtouren.

Die Wohnung wurde, um  Miete zu sparen (ein Haus auf vier Rädern hatten wir ja schon) so schnell wie möglich gekündigt (hat auch den Vorteil, gleich “Probewohnen” zu können), mein Auto, Möbel, Bücher, Werkzeug, Motorrad, Anhänger: Alles was ging wurde verkauft. Kino, auswärts essen, Ausflüge jeglicher Art: Alles auf ein Minimum heruntergefahren.

 

Am 17. Mai fuhren Sternchen und Tim endlich an Bord der “Brasilia Grande”-Fähre – 5 Wochen (offiziell) standen ihm nun auf dem Schiff nach Montevideo bevor. Wie es dort aussah und was Tim erlebt hat, das siehst du hier.

Am 7.Juli stieg ich endlich in den Flieger nach Sao Paulo, wo mich Tim abholte.

 

So fing alles an.

Natürlich ist die Geschichte sehr verkürzt, denn darüber könnte man ein ganzen Buch schreiben, aber wenn ihr noch Fragen habt – stöbert auf unsere Seite oder schreibt uns an xenia.tim@gmail.com , wir helfen sehr gern!

Momentan füllen wir unsere Reisekasse in Deutschland wieder auf, um im Herbst wieder Richtung Sonne in neue Abenteuer starten zu können.

 

Ihr fragt euch jetzt: Wie weit sind wir denn mit unserem Budget gekommen? Hier ist die Aufstellung der Kosten.

 

  Juli 2016 August 2016 September 2016 Oktober 2016 November 2016 Dezember 2016  
  Brasilien Brasilien Brasilien Brasilien & Paraguay Argentinien & Chile Chile TOTAL
Gefahrene km: 2474 650 1200 2900 2700 400 10324
Ausgaben Essen: 240,00€ 257,00€ 392,64€ 362,74€ 533,57€ 453,34€ 2.239,29€
Ausgaben Diesel: 120,00€ 86,00€ 208,45€ 328,59€ 246,91€ 91,46€ 1.081,41€
Autobahngebühren: 220,00€ 37,00€ 26,18€ 59,53€ 83,48€ 30,00€ 456,19€
Ausgaben Unterkunft: 80,00€ 241,00€ 111,11€ 64,28€ 400,00€ 77,14€ 973,53€
Ausgaben Ausflüge& Co:   800,00€ 243,60€ 207,63€ 275,60€ 878,56€ 2405,39
Internet:   30,00€ 33,32€ 22,85€ 21,42€ 5,14€ 112,73
Klamotten:   57,00€ 86,00€ 56,00€ 42,15€ 0,00€ 241,15
Öffentliche Verkehrsmittel:   31,00€ 0,00€ 86,54€ 17,14€ 43,76€ 178,44
Ersatzteile:   0,00€ 277,17 142,00€ 0,00€ 0,00€ 419,17
TOTAL. 660,00€ 1.539,00€ 1.378,47€ 1.330,16€ 1.620,27€ 1.579,40€ 8.107,30€
               

 

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