Wie haben wir unser Düdo nach Südamerika, bzw. Montevideo gebracht und wie verlief die Verschiffung?

Zuerst entstand eine Pro-und-Contra-Liste für die Mit- oder Alleinfahrt mit dem Schiff

Container:

Pro: Contra:
sicherer teurer
man kann alles Mögliche im Wagen lassen nur bis zu bestimmten Maßen möglich
wetterfest 20 Fuß Container ist teurer als sich mit Anderen einen 40 Fuß container zu teilen
  Für einen 20 Fuß Container Hamburg-Montevideo kann man ca. 3.700€ rechnen

 

Ro/Ro:

Pro: Contra:
günstiger Fahrzeug steht offen an/unter Deck
Größe des Fahrzeugs spielt keine Rolle Es wird gern eingebrochen oder Teile werden abgeschraubt
  Schlüssel muss abgegeben werden
  Falls man nicht selbst mitreist muss das Fahrzeug noch verzollt werden

 

Kosten für die Überführung

Für die Strecke Hamburg-Montevideo kann man ca. 90$ pro m³ Fahrzeug rechnen plus ca. 1.700€ für die Überfahrt in der Doppelkabine. Dafür spart man aber ca. 1.000€ an Zollgebühren und den Flugpreis.

Da man, wenn man einen Container losschickt, die „gesparten“ 5 Wochen noch arbeiten und Geld verdienen kann würde ich IMMER im Container verschiffen, außer Euer Camper ist zu groß.

 

Wo bucht man die Verschiffung?

Nachdem wir uns bei mehreren Anbietern schlau gemacht haben und die Vor- und Nachteile des Mitreisens beim Ro/Ro-Verschiffen verglichen haben buchten wir über Seabridge.de die Überfahrt „Hamburg-Montevideo“ für Mai 2016. Prinzipiell ist es aber fast egal, über welchen Anbieter man bucht, da alle Schiffe, auf denen man das eigene Fahrzeug nach Südamerika begleiten kann von der Grimaldi-Reederei betrieben werden.

 

Check-in  und Unterbringung

Mit ein paar Tagen Verspätung konnte ich dann in Hamburg aufs Schiff, anders als ich es mir vorgestellt hatte war Alles ganz entspannt, keine Zolldurchsuchungen, kein großer Sicherheitscheck. Nur das Ticket wird kontrolliert, man fährt ins Schiff, bekommt eine Ecke zugewiesen, der Bus wird verzurrt und dann kann man in seine Kabine. Wie Ihr auf den Bildern seht haben die Standard-Kabinen nicht gerade Luxus-Austattung, aber es gibt auch sogenannte „Eigner-Kabinen“ mit Badewanne, 2 Zimmern, großen Fenstern und TV. Da ich der einzige Passagier war (im Frühjahr/ Sommer kommen die Reisenden meist nach Europa zurück statt umgekehrt) musste ich mir meine Kabine nicht teilen, was bei 5 Wochen Reisedauer auch sehr entspannt!!

Verpflegung

Im Preis für die Überfahrt ist natürlich auch die Verpflegung enthalten, außer bei den Grillabenden mit Tiger-Prawns gabs aber eher „bodenständige“ Kost, meist Pommes/Kartoffelecken mit Hühnchen/ Schwein und Beilagen. Dazu meist Fruchtsalate…

Flexibilität beim Verschiffen ist Alles!!!

Apropos Reisedauer: Man sollte ein wenig flexibel sein, bei mir waren 28 Tage angesetzt, aber am Ende waren es 36! Durch Stürme, Ladeverzögerungen und anderes Unvorhersehbares kommt der enge Zeitplan schon mal durcheinander, so auch wie es bei uns der Fall war.

 

Wie verbringt man mehr als fünf Wochen allein auf See?

Für Ungeduldige oder diejenigen unter Euch, die sich nicht selbst beschäftigen können kann so eine Frachtschiffreise ganz schön zur Tortur werden: außer dem Fitnessraum, der Schiffsbücherei (auf englisch und schwedisch), dem Pool (2m x 4m) und dem Checken der Nachrichten hat man nur ab und an die Möglichkeit zum Landgang, und das auch nicht in jedem Hafen. Internet gibt es nur über den Schiffszugang, mit spezieller Email-Adresse (Anhänge kosten extra) und Wetter-/News-Seiten, die schon für die Schiffsbesatzung „vorgefertigt“ sind. Wer ab und an mit der Außenwelt in Kontakt kommen möchte kann sich in jedem Hafen eine SIM-Karte des jeweiligen Landes kaufen, die meist von fliegenden Händlern angeboten werden.

Wie meisten Tage habe ich im Trainingsraum, beim Filmschauen, Lesen, spanisch mit Bable lernen und Grillen mit der philippinischen Crew oder den (ost-)europäischen Offizieren verbracht und mir bei den Aufenthalten in Antwerpen, Dakar, Vitoria, Rio de Janeiro, Santos und Zarate die Füße vertreten. In Casablanca war leider die Zeit zu knapp und in Monrovia gab es Bedenken wegen Ebola, daher musste ich auf dem Schiff bleiben.

Rückblick: Mitfahren oder Container?

Im Großen und Ganzen war es eine gute Entscheidung selbst mitzufahren, da ich besonders in den Häfen ein Auge auf Estrellita werfen konnte und es mich nicht wundert, dass bei so vielen Arbeitern im Schiff öfter mal Einbrüche in Fahrzeuge von Overlandern gibt. Wenn man im Container verschifft ist es sicherer, geht aber nur bis zu einer bestimmten Breite, die Maße der Container findest du hier.

 

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