Der zweite Tag in Rio ist nicht weniger schön! Es geht nach Santa Teresa.

Unser Tag 2 in Rio (48)

Der Stadtteil ist auf einem Hügel über Lapa gelegen. Im 20 Jhd. war es ein Stadtteil der Oberschicht, daher stehen hier immer noch sehr viele Häuser aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Später war das Viertel bei den Künstlern sehr beliebt. Die Straßen sind alle eng und steil, das macht den besonderen Charme der Gegend aus und trainiert die Touristenoberschenkel besonders gut.

Wer auf das Aufwärmen verzichten möchte kann gerne die „Bonde“ Bahn nehmen. Diese kleine, gelbe Straßenbahn ist seit 1877 in Dauerbetrieb und gehört somit zu den ältesten Straßenbahnlinien auf der ganzen Welt! Die Fahr ist kostenlos, was es noch attraktiver macht. Mit diesem kleinen Flitzer fahren wir über die berühmten Bögen des „Carioca-Aquädukt“ von Lapa (siehe unseren Bericht über Lapa) bis zum Rua Paschoal Carlos Magno próximo ao 501. Von dort aus sind es nur noch paar Meter bis zum „Cafecito Café“,in dem eine extrem nette, hilfsbereite und englischsprachige Dame des Hauses Euch bei allem weiter hilft was ihr auf dem Herzen habt. Das Café selbst ist unglaublich schön gestaltet und ist bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Da wir kein Hunger hatten, haben wir dort nichts gegessen, der Kaffee aber war bis jetzt der beste Brasiliens!

Vom Café aus geht es bergab, an unzähligen super Aussichten der Stadt vorbei und man kommt zum Museum Museu da Chácara do Céu, das nicht nur wegen der spitzen Aussicht absolut zu empfehlen ist, sondern für Architektur- und Kunstinteressierte sehr interessant ist! Wer vom Café bergauf geht kommt zum Corcovado inkl. Jesus / Cristos, dazu später mehr 😉

Die Villa gehörte dem Geschäftsmann Raymundo Ottoni de Castro Maya und wurde von Wladimir Alves de Souza 1954 erbaut. Das moderne, zum Bauhausstil zugehörige Haus beinhaltet die erste private Kunstsammlung Brasiliens. Im Haus werden für 0,50€ einige private Zimmer inkl. Ausstattung, verschiedener Gemälde und Statuen gezeigt. Am beeindruckendsten ist das Arbeitszimmer. Die alten Bücher und deren Verfasser zeigen die Bandbreite des Geschäftsmanns. Es ist für uns sehr aufregend teilweise Erstausgaben der bedeutendsten Schriftsteller aus aller Welt sehen und atmen zu dürfen. Aber auch architektonische Details wie in der Wand verschwindene Außenschiebetüren oder die schlichten und bis heute immer noch sehr attraktiven Geländer sind wirklich sehenswert.

Nachdem wir uns im kühlen Haus ein wenig erholt haben ging es weiter bergab, Richtung Stadtteil Gloria und der gleichnamigen Metrostation, denn von da aus gelangen wir zum weltberühmten Copacabana Beach!

Leider geht die Sonne hier schon gegen 17.30 unter, sodass wir nur noch im Dunklen den Strand erreichen. Dem Trubel auf den Straßen tut es aber keinen Abbruch, Straßenhändler, Geschäfte, Gemüseverkäufer, Rastafari-Souvenirverkäufer, Zeitungskiosk, die Großstadt begrüßt dich hier mit allem was sie hat.

Die Straßenbuden haben überraschend moderate Preise was die Strandtücher, Handyhüllen, Kopfhörer, Olympiasouvenirs & Co. anbetrifft. Gerne darf auch mal gehandelt werden – ein paar R$ haben wir bis jetzt immer rausholen können, oder wir gehen einfach weiter. Weiter ist z.B. einer der leckersten Eisläden der Stadt! Es ist nämlich so; das Eis hier schmeckt überall unfassbar künstlich und süß. Das Cremissimo Erdbeer – Stracciatella von Langnese ist hier Pink und riecht schon nach Chemie, die anderen Sorten auch. Beim letzten Riobesuch (mit dem Schiff) hat Tim einen original italienischen Eisladen gefunden „Officina Gelato“ . Der Besitzer ist ein echter Italiener und spricht fließend englisch, free WiFi gibt es auch. Das handgemachte Eis ist die 2€ pro Kugel wert!!!

Von dort aus wieder ab zum Strand, der so hell erleuchtet ist dass man ohne Probleme ein Buch lesen könnte.

Wenn man an der Promenade entlangläuft, mit einem Bierchen in der Hand und/oder einem Eis und rechts von dir, auf der Joggerspur (ja, es gibt eine reguläre, ausgewiesene Jogger- und Fahrradspur) die ganzen Zeit durchtrainierte Körper, meist oben ohne (Männer), vorbeilaufen kriegt man schon fast schlechtes Gewissen… aber nur fast, denn es ist ja eh zu dunkel um sich jetzt in den Bikini/ die Schwimmhose schmeißen zu müssen!

Der Körperkult ist an de Stränden von Rio überall präsent und auch nur dort!!! Hier treffen sich sehr viele schöne Körper und diejenigen, die sie haben möchten. Persönliche Trainer werden hier nicht arbeitslos. Alle 100 Meter feuert ein muskulöser Mann ein paar Gringos oder vielleicht auch einige Einheimische an, reicht ihnen Gewichte oder macht Übungen vor. Dort wo vor einigen Stunden noch 100te Sonnenhungrige gelegen haben trainieren nun Dutzende. Ein wunderbares Kino!!!

Weiter auf unserem Spaziergang haben wir ein Live-Interview mit Adriana Lima und Alessandra Ambrosio gesehen, ja in Farbe und Bunt, wahrhaftig vor uns…. (Xenia: Sehr, sehr dünn, außer der Lima – sie hat schöne kleine Kurven gehabt. Tim: Schön gross die Mädels, aber 53kg bei 1,80m?!), das Russische Olympia-Haus mit hübschen Türsteherinnen und das USA-House, das zwar sehr stark in rot-blau-weiß beleuchtet ist (inkl. Riesenbannern mit „USA“), aber ansonsten weniger einladend aussieht.

Noch kurz rüber an den Ipanema-Beach; hier am Treffpunkt der Reichen und Schönen ist es nachts leerer als an der Copacabana, aber tagsüber soll umsomehr „3D-Kino“ geboten werden..

Damit ging unser 2. ereignissreicher Touri-Tag in Rio zu Ende und mal wieder war es ein Fest fürs Auge!!!

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