Hups! Schon wieder ist ein Monat um, wie konnte denn das passieren?!?

Gefahrene km: 650
Ausgaben Essen: 257,00 €
Ausgaben Diesel: 86,00 €
Autobahngebühren: 37,00 €
Ausgaben Unterkunft: 241,00 €
Ausgaben Ausflüge& Co: 800,00 €
Internet: 30,00 €
Klamotten: 57,00 €
Öffentliche Verkehrsmittel: 31,00 €
TOTAL. 1.539,00 €

Tja, das mit den Kosten geht ja so weiter, oder ist (wegen Rio) sogar schlimmer geworden – ca. 25€ pro Nase pro Tag! Aber es gibt Neuigkeiten und einen kleinen, dünnen Silberstreif am Horizont. Wir haben eventuell Arbeit gegen Essen und Logis gefunden und dann schauen wir mal wie September verlaufen wird 😉 Aber nun zu unserem Rückblick:

Es war ein ereignisreicher Monat, aber wahrscheinlich werden die kommenden alle so sein. Da wir aber gerade mal zwei Monate unterwegs sind haut es uns das immer noch von den Socken!

Rio war wirklich toll, doch die Lautstärke und mangelnde Auswahl an gutem und gesundem Essen lässt uns immer noch nicht los. Wir fürchten da müssen wir noch mal hin, um die Stadt noch mal ohne Olympiatrubel zu erleben.

Ansonsten haben wir das Gefühl dass wir nun ruhiger werden, uns an das Reisen langsam gewöhnen und immer mehr ein Gefühl für das Land selbst und die Menschen hier bekommen. Sicherlich ist es immer noch einseitig, denn die Reflexionsgespräche finden bis jetzt nur mit Gringos statt. Leider ist unser Portugiesisch bis jetzt noch nicht viel besser geworden, da aber die westlichen Auswanderer uns nun mal in Gedankengängen näher sind kann man einiges auch auf uns ummünzen.

Xenia: Die Natur des Landes beeindruckt mich immer noch. In Rio und Umgebung war es schon fast wie im Dschungel, hier etwas höher sind die Hügel schon kahler, aber auf einmal sieht man Nadelbäume und auch andere Vögel. Die Äffchen bringen mich auch immer wieder in Verzücken, sie sind so unglaublich süß, aber auch scheu…. Gott sei Dank! Sonst hätten wir wahrscheinlich schon ein neues Haustier. Und die Hunde, mein Gott, bitte, bitte, bitte lass mich im nächsten Leben ein Hund in Brasilien sein!!! Morgens liegen sie gemütlich in der Sonne und lassen sich das Fell wärmen, nachmittags legen sie sich unter einen Fruchtbaum und dösen, bis jemand vorbei läuft und anfängt sie zu streicheln. Und das passiert überall! Die Hundefreundlichkeit ist hier unglaublich groß, wobei ich in Rio gar nicht so viele Menschen Gassi gehen gesehen habe. Hier auf dem Land laufen sie ja überall frei herum und bellen oder jagen kaum irgendwas nach.

Tim: Obwohl die Küste natürlich sehr nice ist sehen wir jetzt langsam mal was vom Rest Brasiliens, das Klima ist anders (tagsüber so um die 30, aber nachts so um die 15 Grad), die Leute nicht so sehr an Touristen gewöhnt und das Leben einfach „normaler“. Vermisse trotzdem die Möglichkeit, einfach mal ins Meer zu springen 🙁

Xenia: Mein Highlight war aber auch der Waschtag. Dank der App „Ioverlander“  hatten wir einen Platz an der Strandpromenade in Arraial de Cabo und haben dann direkt an der Straße unsere Waschschüssel, Wascheimer & Co. aufgebaut. Damit die Wäsche ein wenig einweichen kann, habe ich meinen Campingstuhl mit was zu Trinken aufgebaut und habe mich dazu gesetzt. Das Bild war für die Götter! Als wir dann die Wäsche zu zweit ausgewrungen haben, könnte ich schwören dass einige Passanten versucht haben sich die Technik abzugucken!

Tim: Waschtag war entspannt, das stimmt, aber das man nicht mal rund um Rio die EU-Gasflaschen füllen kann nervt mich 🙁

Xenia: Das mit dem Gas fand ich wirklich nicht so schön. Selbstverständlich war es unser Versäumnis einen passenden Adapter nicht mitzunehmen, aber die ständig verschiedenen Aussagen warum man unsere EU-Flasche nun nicht nachfüllen kann, fand ich echt nervig! Wenn es einen Grund gibt, dann verstehe ich es, aber immer wieder andere Ausreden und dabei haben wir ja bereits unsere Flasche in „Angra dos Reis“ nachgefüllt bekommen, das kann ich dann nicht mehr ernst nehmen.

Deine momentane Lösung des Umfüllens, vor paar Tagen, fand ich aber bis jetzt am besten!!

Tim: Hab ich mir aus mehreren Campingforen abgeschaut, zum Glück hatte Jan von „deeindervoorbij“  ein paar Adapter dabei mit denen man was basteln konnte. Ist mit 17 Bar und Propangas zwar nicht zu empfehlen, aber wenn man weiss was man macht geht das schon (außer im sicheren Deutschland ^^). Was natürlich auch etwas Anpassung erfordert: In der EU/ UK/ USA gehst Du in einen Baumarkt, sagst „Schraube X, Anschluss Y, Inbus Z bitte“ und hast den Kram im Wagen. Falls Du hier nicht nahe einer Millionenstadt bist und einen z.B. „Leroy Merlin“ findest heißt es im Werkzeugladen „46er Nuss? 8er Inbus lang? Gasflaschenanschluss mit Sperrhahn? 19er Nuss höchstens, 8er Inbus wenn überhaupt nur kurz, Gasanschluss nur für 2-Flaschen-System mit Sperrhahn….^^“ Ist bei Bogensportzubehör übrigens dasselbe (obwohl hier Bögen, Armbrüste, Harpunen usw. sehr verbreitet sind). Pfeile nur Alu oder Kunststoff. Spinewerte, Längen, Befiederung, Gewicht der Spitze usw., also alles was Hintergrundwissen verlangt kriegst Du NICHT.

D.h. selbst wenn hier in Brasilien ein Handwerker, Sportler, Gärtner, Koch, Dienstleister aus dem Einheitsbrei (also dem Basic-Level) hervortreten oder sich verbessern möchte muss er auf Internetbestellung zurückgreifen, die Lieferzeiten z.B. Sao Paulo-Paraty (ca 270km – 18 Tage) sind aber völlig wahnwitzig. Oder er zieht nach Sao Paulo, Belo Horizonte, Brasilia, Rio de Janeiro und so trennt sich immer weiter die „arme“ Landbevölkerung von den Stadtbewohnern. Du kriegst anscheinend in 85% der Landesfläche des Südens/Südostens (wenn überhaupt) immer dasselbe Fleisch im Supermarkt, die selben Snacks auf der Straße, hast die selben Reifenwerkstätten, dasselbe Menü im Restaurant und die selben Klamotten-Ramsch-Läden. In „Arraial do Cabo!“ sogar sechs Bikinishops mit genau den selben Bikinis nebeneinander. :-O

Kann natürlich im Norden anders sein, aber bis jetzt glauben wir nicht dran…

Xenia: Und wie fandest du die Zweisamkeit? So 24/7 auf 15qm?

Zickereien: 4
Streit: 2

Tim: Toll! Super! 🙂 Nicht so störend wie ich es gedacht hätte, wir hatten aber auch noch keine drei Tage Regen…. 🙂

Xenia: Ich finde unsere „Tage für sich“ gut. Da bin ich z.B. allein ins Museum gegangen und, oder arbeite am PC und du warst Bogenschissen oder einfach zocken am Handy. So paar Stunden oder Tage für sich sind für mich momentan der Schlüssel.

 

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