Die Sonne scheint durch die Blätter eines mir unbekannten Baumes, wirft tribal-artige Schatten auf meine Haut und hinter mir rauscht Radio mit portugiesischer Musik im Duett mit einem Vogel und einem Jungen der Kriegsgesänge übt…. wahrscheinlich.

Nun bin ich schon seit 3 Tagen in Brasilien, in der Nähe von Campinas, wieder vereint mit meinem Don Quichotte, dauerbekleidet in Bikini und Lächeln. Sonne ist toll! Sonne ist unser Freund! Sonne ist unser Lebenselixier! Das Leben ist perfekt!

Vor einigen Tagen hat Tim „Camping Macuco“ über 30 Ecken empfohlen bekommen und sich auch für diese Woche niedergelassen. Der Campingplatz bittet alles was man braucht, See, Palmen, tollen Ausblick. Sehr ruhig (da gerade nicht Saison ist), 2 von 5 Duschen funktionieren einbahnfrei und die Toiletten sind auch funktionstüchtig. WiFi ist im 2 Minuten entfernten Restaurant super, Strom kriegen wir über eine Steckdose nebenan kostenfrei. Für tägliches Guten-Morgen-Programm sorgt ein Golden Retriever-jüngling, der immer aufs neue auf eine Scheibe Speck vom Frühstücksspiegelei hofft und sie auch meistens kriegt. Das Leben ist super, habe ich das schon erwähnt?

Leider hat uns, mich das wahre Leben recht schnell eingeholt, bereits am ersten Tag plage ich mich mit einer Blasenentzündung. Laut meiner russischen Freundin Swetlana ist das wechselnde Magnetfeld schuld. Da ich nun auf der anderen Seite der Erde bin, muss der Körper sich neu auspendeln und da kann schon mal was durcheinander kommen. Ich überlege nun das nächste Mal einen Magnet von Deutschland aus mitzunehmen und stets mit mir herumzutragen, vielleicht hilft das dem Körper bei der nächsten Selbstfindung.

Jetzt ist es passiert und es ist unfassbar nervig und auch schmerzhaft. Voll mit Ibos ging es also nach Valinhos. Dort haben wir unsere erste Lektion gelernt: Nicht alle bei Google markierten Orte existieren auch. 2 Apotheken, die wir auf unserer Onlinekarte aufgesucht haben, existieren nicht. Da es nach 3 Stunden schon langsam anstrengend wurde, haben wir uns, von einem Bäckereiverkäufer, doch noch ein Taxi rufen lassen und uns in das noch weiter entfernte Zentrum bringen lassen. Dort gab es auch endlich genug Apotheken, wo ich mit Hilfe von Google-Translator, der Farbe meines Nagellacks und Pantomime alles bekam was ich brauche. Die Bilder der Tabletten findet ihr in unserer neuen Rubrik : „Gesundheit Unterwegs“. Nun bin ich auf Antibiotika und noch irgendwas und bin wieder glücklich.

Zurück sind wir mit dem Bus gefahren. Den haben wir auf dem Busbahnhof gefunden, nach dem wir uns mit Hilfe vom Camingflyer und Tims „Spanisch-Portigiesisch“ durchgefragt haben. Die Fahrt kostetet ca. 1€ pro Nase und war dann unser abschließender Höhepunkt des Tages. Mit 80 Sachen durch die 30er Zone und Vollbremsung bei jeder Haltestelle, die man selbst mit Hilfe der Stopptaste anwählt, erlebt man bei den Öffis als Deutscher auch nicht jeden Tag…. außer vielleicht in Berlin…. Das Leben ist toll!!!

Und nun sitzen wir hier, planen unseren nächsten Schritt, trinken Bierchen, Weinchen, genießen die Sonne und …… wenn ich mir gerade so meinen Helden am Waschbecken mit der Wäsche und Waschpulver unter den Palmen anschaue, bin ich die glücklichste Frau der Welt!!! Das Leben ist wirklich toll!!!

 

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