Als wir mit den Reisevorbereitungen anfingen haben wir uns natürlich auch einen „Lonely Planet“ geholt. Tim hat das Buch quasi auswendiggelernt! Unter anderem wurde dort auch das Städtchen „Congonhas“ erwähnt. Der Ort liegt auf der alten goldenen Straße und ist ein katholischer Wallfahrtsort „Heiligtum des Guten Herrn Jesus“. Das 1758 – 1772 nach den portugiesischen Wallfahrtsort-Beispielen erbaute Heiligtum ist ein Komplex aus sieben Kreuzweg – Kapellen, über denen die Kirche selbst thront.

Die Freitreppe zu der Wallfahrtskirche schmücken 12 lebensgroße Prophetenstatuen, die vom Baumeister Antônio Francisco Lisboa (Aleijadinho) und seinen Schülern erschaffen wurden. Das Besondere dabei ist, dass Aleijadinho seit seinem 30sten Lebensjahr durch eine Lähmung nicht mehr imstande war Werkzeuge zu halten, also ließ er sich Bildhauerequipment an die Arme binden und arbeitete so weiter. Die barocken Statuen sind sehr detailgetreu und scheinen fast lebendig zu sein. Auch die Holzfiguren in den sieben Kapellen sind besonders. Ich habe noch nie karikaturistische Figuren aus dieser Zeit gesehen! Durch diese Stilistik wollte der Bildhauer die Feinde und Peiniger von Jesus Christus ins Lächerliche ziehen und ihre Dummheit damit zusätzlich unterstreichen.

Die Gebäudegruppe steht auf einem Hügel über der Stadt und bietet somit auch eine fantastische Aussicht! Der Eintritt ist zu allen Häusern frei.

Ansonsten bietet die Stadt selbst nicht viel, deshalb ist es eher ein Tagesausflugsziel. Wenn es auf eurem Weg nach Belo Horizonte oder Brasilia liegt, macht ein Zwischenstopp an dieser Sehenswürdigkeit, ein Umweg lohnt sich aber nicht besonders.

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Write A Comment