Auf Instagram, Facebook und ihren eigenen Blogs sieht man viele schöne Fotos von reisenden Pärchen. Selbstverständlich – als Paar verreisen macht glücklich! Man kann sich mitteilen, einander unterstützen und man ist auch sicherer unterwegs.

Anderseits ist man rund um die Uhr zusammen, alle Launen, Macken und Eigenarten muss man gemeinsam durchstehen und bewältigen.

Also, wie wird eine gemeinsame Reise zum Erfolg?

Laut Statistik wird jede dritte Scheidung nach dem Urlaub eingereicht. Die Psychologen begründen es damit, dass plötzlich Dinge an die Oberfläche kommen, die man im Alltag ignoriert hat – Kommunikationsprobleme, die Unordnung des anderen, eine faule Ader. Und dann verbringt man ja noch viel mehr Zeit miteinander als sonst. Es ist nachvollziehbar: Man arbeitet 8-9 Std., dann Hobbys, Freunde, man verbringt nur einige Stunden am Tag in der gemeinsamen Wohnung (wenn man schon zusammen wohnt). Falls nicht wird es noch komplizierter, denn dann hat man gar keine Erfahrung im täglichen Umgang mit dem Partner. Und auf Reisen ist man 24h non-stop zusammen, große Fluchtmöglichkeiten gibt es da nicht mehr.

Wie meistert man eine harmonische Langzeitreise?

Hier sind unsere Tipps aus Erfahrung der aktuellen Reise und vielen davor.

1. Ehrlichkeit, Ehrlichkeit über Alles

Nur so könnt ihr Missverständnisse vermeiden.

Sprecht ganz ehrlich schon vor eurer Reise darüber, wie eure Vorstellungen und Wünsche sind. Angefangen vom Reiseziel, über Budget, Hygienevorstellungen (Hostels, Ferienwohnungen, Hotels), Umgang mit anderen Kulturen und Geschlecht, bis zu eigenen Freiräumen. Persönliche Überraschungen auf fremden Kontinenten sind nicht nur unproduktiv, sondern auch viel schwieriger zu bewältigen als zu Hause!
Wir alle haben keine hellseherischen Fähigkeiten und das sollte uns allen bewusst sein. Die typischen Sätze wie :“ ….das muss man doch wissen!“ oder „Sie/Er kennt mich doch schon so lange, also muss sie/er doch wissen, dass ich mich schlecht / gelangweilt / glücklich fühle“ NEIN, das muss keiner wissen! Nur wenn wir ehrlich zu einander sind und ganz klar unsere Bedürfnisse kommunizieren, nur dann kann unser Partner darauf Rücksicht nehmen.

2. Taktgefühl, Respekt

Geht taktvoll mit einander um. Es ist nicht selbstverständlich, dass ihr einander gefunden habt! Angeblich ist jeder dritte Deutsche Single. Die meisten geben an zu schüchtern zu sein, nur auf bindungsunfähige Partner zu stoßen oder sind nicht bereit Kompromisse einzugehen. Und ihr? Ihr habt euch gefunden! Ihr liebt euch! Ihr reist durch die Welt, einen Kontinent oder ein Land!!! Führt es euch euch vor Augen und nehmt einander nicht als selbstverständlich an.
Versucht stets ruhig miteinander zu reden und Diskussionen mit gefasster Stimme zu führen. Lieber 3 mal durchatmen, sich ein Satz im Kopf zurecht legen und dann sprechen. Denk daran – wenn ihr jetzt was unüberlegtes sagt, wird es wahrscheinlich später noch mehr Stress geben und das ist dann für beide unangenehm.

3. Freiraum lassen

Jeder hat seine eigene Bedürfnisse, Hobbys, Freunde und das ist auch gut so! Auf Reise ist es nicht anders. Wenn einer von euch zum Strand möchte, der andere aber unbedingt Tauchen, dann ist es so. Wieso muss man alles immer zusammen machen? Ihr seid doch sowieso 95% eurer Zeit auf Reisen zusammen. Hat man sich nicht in einander verliebt, weil der andere immer was interessantes zu erzählen hatte? Freut euch, dies ist DIE Möglichkeit es noch mal erleben.
Manchmal können Pärchen auch einschüchternd wirken, manchmal gehen andere Traveller mutiger auf einen Einzelnen zu, das ist noch mal eine zusätzliche Möglichkeit andere Menschen, Mitreisende kennen zu lernen.

4. Verständnis und oder Akzeptanz

Natürlich hat der Partner mal schlechte Laune, sein Zuckerspiegel ist gerade weit unten oder andere Verkehrsteilnehmer treiben sie / ihn zu Weißglut. Daran bist du aber nicht Schuld! Verstehe die Situation richtig und nimm nicht so viel persönlich. Sei verständnisvoll ihrem / seinem momentanen Ärger gegenüber. Auch hier hilft das mehrmalige Durchatmen sehr gut. Wenn es einen Minuten später immer noch ärgert, kann man es später beim Lagerfeuer oder im Hostel es noch mal ganz ruhig erwähnen, dann bin ich mir sicher, dass der Partner sich an die Situation nur noch wage erinnern wird und es überhaupt nicht persönlich, oder böse gemeint hat.

5. Selbstbewusstsein

Seid selbstbewusst und legt nicht alles auf die Goldwaage. Du weißt doch wieso dein Partner dich liebt, wieso sollte sie / er die Meinung ausgerechnet auf einer lange Reise, die sie / er sich entschieden hat MIT DIR zu verbringen, ausgerechnet jetzt ändern?
Wegen einer oder zwei Zickereien wird die Welt nicht untergehen. Jeder hat mal einen schwachen Moment und hat sich mal nicht unter Kontrolle! Sei selbstbewusst und übergehe es.
Auch bei getrennten Ausflügen, wenn dein Partner gerade auf einer Raftingtour ist, geh ruhig in die Stadt, entdecke Neues, versuche die Bestellung mal nicht auf englisch aufzugeben, sondern in der Landessprache. Das macht Mut, stärkt das Selbstbewusstsein und imponiert dem Partner, was wiederum der Beziehung nur von Vorteil sein kann!

6. Klare Aufgabenteilung

Klare Aufgabenteilung erleichtert unglaublich viele Diskussionen.
„Ich habe aber schon das letzte Mal die Wäsche gewaschen!“
– „Ich aber vorher schon zwei Mal!“

„Ich musste schon das letzte Mal ganz allein mit dem Grenzbeamten diskutieren, jetzt mach du das mal!“
-“Ich traue mich aber nicht!“
„Nie traust du dich was!!!“
Na, kommt es bekannt vor? Jeder von euch hat seine Stärken und Schwächen. Sprecht vorher darüber, steckt die Aufgabenverteilung ab und haltet euch daran! Seid aber flexibel, wenn es sich unterwegs rausstellen sollte, dass die Stärken zu Hause doch keine auf Reisen sind, lotet es noch mal neu aus. Klare Verhältnisse schaffen auch Vertrauen und Zuversicht.

7. Geduld

Geduld ist beim Reisen in Allem gefragt! Es gibt vergleichsweise nur wenig Länder, in denen alles so reibungslos und zügig verläuft wie bei uns. Da nützt es auch nichts sich über das „anders-sein“ der fremden Behörden, Verkehrsteilnehmer und Kellner aufzuregen. Die sind halt eben anders und genau deswegen seid ihr doch verreist – das Fremde kennen zu lernen!

8. Einen Notgroschen haben

Es wird ein Tag kommen an dem alles zu viel wird. Es ist keine Regel, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch. Man braucht dann einfach eine Pause. Da ist es immer ratsam einen Plan B, oder einen Notgroschen, um sich ein eigenes Zimmer irgendwo anmieten zu können, zu haben. Es ist nicht böse dem Partner gegenüber gemeint, man kann Menschen lieben und trotzdem ein wenig für sich sein wollen und sei es einfach, um die dicke Luft raus zu lassen. Da ist es gut für solche Notfälle paar Euro extra gut zu haben.

Es sind unsere Erfahrungen, unsere Regeln, oder solche die dazu geworden sind.
Tim und ich haben schon so wohl getrennt , als auch zusammen gewohnt. Mal in einer WG auf 200qm, mal gemeinsam auf 40qm. Wir arbeiteten über drei Monate getrennt auf Montage, oder vier Monate zusammen. Wahrscheinlich haben wir in unseren gemeinsamen fünf Jahren fast alle Beziehungsmodelle durchmachen müssen, aber auch wollen.

Obwohl wir uns also schon vor der Reise wirklich gut kannten, ist das die momentane Quintessenz der letzten sechs Monate und man lernt jeden Tag dazu.
Wir hoffen euch mit dieser Liste, einem kleinen Leitfaden bei der Vorbereitung auf die große Reise, behilflich sein zu können.
Wenn ihr noch Fragen habt, schreibt uns einen Kommentar, per E-Mail oder auf Facebook, wir versuchen euch oder dir so gut es geht zu helfen!

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