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Bevor man in die Atacama-Wüste und Lagunenroute aufbricht sollte man einige Vorbereitungen treffen.

 

In diesem Bericht haben wir alle Tipps und Tricks zusammengetragen, die für einen Trip durch Atacama und Lagunenroute in eigenem Van notwendig sind.


Unser Eintritt in die Atacama war von der chilenischen Seite, über San Pedro de Atacama. Diesen Ort in ca. 2.600m Höhe sollte man zur Akklimatisierung und Auffüllen der Vorräte nutzen. Wasser, Kraftstoff (hier steht übrigens die einzige Tankstelle im Umkreis von 160km und wenn man über die Atacama nach Bolivien fahren möchte, bekommt man Sprit erst wieder nach über 300km), Nahrungsmittel. In diesem touristischen Städtchen bekommt ihr die letzte Gelegenheit dazu. Wer aber auf einen großen Supermarkt hofft wir bitter enttäuscht. Hier kauft man in kleinen „Kiosken“, vergleichbar mit deutschen Tante Emma-Läden, ein. Mehrere Kühlschränke, ein wenig Obst und Gemüse, mittelgroße Theke hinter der Konserven, Nudeln, Reis, Saucen aufgestellt sind, man sagt der Verkäuferin was man möchte, sie reicht es dann hinüber.

Vorbereitungen für einige Abenteuer-Tage

In San Pedro selbst gibt es unzählige Hostels, Hotels und einige Campingplätze. Die Restaurants sind gut und auch sehr schön gestaltet. Bevor ihr euch auf eine entbehrungsreiche Tour begebt – gönnt euch ruhig eine schöne Dusche und gutes Essen, die kommende Tage werden u.U. kalt und ungemütlich.

Wir persönlich haben uns ein wunderschönes Mittagsmenü im „Ckunna“ für je 10.000 Pesos gegönnt. Ein Salat oder Suppe als Vorspeise, drei verschiedene Hauptgänge, auch vegetarisch, und zwei verschiedene Nachspeisen stehen zur Wahl. Die erste und letzte englischsprachige Bedienung in Chile und ein schattiger Innenhof streichelten unsere europäische Seele, bevor wir dann zur Vorbereitung auf die Höhe zum Übernachten außerhalb von San Pedro gefahren sind.

Was man für die Atacama-Wüsten- Lagunenroute – Tour einpacken sollte:

  1. Warme Decken
  2. Ersatzreifen
  3. Wasser
  4. Landkarte, Routenplan
  5. Benzin/Sprit
  6. Kompressor oder Luftpumpe
  7. KFZ-Basic Werkzeug
  8. Sandbleche von Vorteil
  9. Schneeketten, falls ihr in der Regenzeit und der Laguna Route unterwegs seid.
  10. Kühlwasser
  11. Reifenflickzeug
  12. Spaten
  13. Fotokamera – die Landschaft ist atemberaubend schön!!!!
  14. Genug Verpflegung
  15. Gaskocher
  16. Sonnenschutz (Sonnenmilch, Sonnenbrille usw.)
  17. Medikamente gegen Höhenkrankheit, Schmerztabletten, Verbandszeug
  18. Taschenlampe, ggf. im Handy
  19. Genügen Bolivianos, da man sie für den Eintritt zum National Park braucht. Kann man in San Pedro tauschen.
  20. Akkus, oder Powerbanks, vielleicht Solaraufladestation. SD Karten o.ä.

Wie man sich für die Atacama Wüste und Lagunenroute vorbereiten sollte:

  1. Wetterbericht gut beobachten, besonders zu Regen-, bzw. Winterzeit.
  2. Lieber mehr Zeit einplanen, da die Pisten sehr unzugänglich sein können.
  3. Route vorher planen und festlegen.
  4. Vor der Einfahrt in die Wüste, Reifendruck etwas ablassen.
  5. Alle Ritzen und Lüftungsschlitze mit Klebeband abkleben.
  6. Falls Bettwäsche und Bett im Van offen sind, mit einer Decke o.ä. gegen Staub abdecken.
  7. Geschirr, Badezeug usw. staubdicht verpacken.

Fünfzig Kilometer hinter San Pedro, etwa auf 4.200m Höhe liegt der Eingang zum National Park „Reserva Nacional de Fauna Eduardo Avaroa“ . Hier kauft man das Ticket für 150 Bolivianos (ca. 15€) p.P. Und verlässt die Gegend und die Luft die man gekannt hat. Ab jetzt erwarten Euch Wellblechpisten, Staub, Winde und nie da gesehene Landschaftszüge, grüne, rosa, pinke, mint farbene Lagunen, Flamingos, Lamas, Chinchillas, und verdammt wenig Luft.

Die Routen

Es gibt so viele verschiedene Natur-Sehenswürdigkeiten im National Park, dass ihr locker dort zwei Wochen verbringen könntet. Daher überlegt euch vorher wie viel Zeit ihr habt und was ihr sehen wollt. Hier gibt es einige Strecken zur Auswahl.

Da wir leider aus familiären Gründen unter Zeitdruck waren haben wir in zwei Tagen folgende Naturwunder sehen dürfen:


Laguna Colorada

besticht durch ihre Ruhe und einer sehr friedlichen Atmosphäre. Ich hoffe ihr erwischt den Zeitpunkt dort ganz allein zu sein, ohne andere Gruppen. Die Flamingos und Wolken ganz langsam an sich vorbei ziehen zu sehen, Balz- und Kampftänze der Vögel zu beobachten und einfach das Panorama in ihrem Ganze zu betrachten….. In solchen Augenblicken merkt man wie klein man ist und wie unbedeutend unsere hausgemacht Probleme zu Hause sind. Es ist wohl der besinnlichste Ort an dem ich je wahr.


Zoll-Checkpoint auf 5.033 m Höhe

da braucht man nicht viel dazu zu schreiben. Wenn man auf solchen Straßen so weit mit seinem eigenem Gefährt nach oben geschafft hat, wenn man schon vorher den chilenischen Zollhafen besiegt hat, wenn man Jahre und Jahre auf so eine Reise gespart und gearbeitet hat, dann fühlt man sich nur noch als einer der ganz Großen!!! Dann ist man, trotz Übelkeit und Kopfschmerzen, nur noch stolz und glücklich!!!

Vorbereitungen für dünne Luft

Von der chilenischen Seite aus ist es schwer sich auf die ggf. auftretende Höhenkrankheit vorzubereiten. Die Tabletten gegen Höhenkrankheit gibt es nur auf Rezept, am besten wäre es also, wenn ihr die Tabletten schon in Deutschland von eurem Arzt verschreiben lässt. Koka ist in Chile illegal, ihr bekommt in San Pedro höchstens Koka-Bonbons, die aber bei leichter Übelkeit auch gut helfen. Kokablätter zum kauen bekommt ihr erst in Hostels im National Park.

Übernachtungen, Restaurants im National Park

Falls ihr mit eurem eigenem Van durch den Park fahrt, dann sucht euch am besten einen Canyon als Übernachtungsplatz. Bitte unterscheidet zwischen ausgetrocknetem Flussbett und Canyon. Ausgetrocknete Flussbetten können sehr gefährlich sein, denn wenn es in Bergen weiter oben geregnet hat, merkt man es weiter unten nicht und so kann es sein, dass die ganzen Massen in der Nacht von Oben runterkommen, ohne dass ihr es schlafend in der Nacht es im Van merkt.
Also sucht euch ein Canyon, stellt Euch Richtung aufgehende Sonne auf, so dass beim aufwachen Euer Fahrzeug oder Zelt sich langsam von -5 , innerhalb einer halben Stunde, sich auf 20C aufheizen kann.

Es gibt aber auch die Hostels.

Voranmeldungen sind sehr ratsam, denn in den Übernachtungsstätten hausieren immer die Reisetour-Teilnehmer und die Anzahl der Betten ist sehr gering. Hier bekommt ihr auch die einzigen Möglichkeiten auf Essen und Trinken und (nicht immer) warme Duschen. Auch Strom gibt es in den Hostels nur zur bestimmten Zeiten.
Wir persönlich waren nicht in Hostels. Außer kurz im Hotel …., da wir aber nicht vor-angemeldet waren, konnten wir im Restaurant leider nicht bedient werden. Hätten wir eins der wunderschönen Zimmern genommen, hätte es bestimmt anders ausgesehen.
Aus zuverlässigen Quellen wissen wir, dass es in den einfacheren Unterkünften, immer ein einfaches Essen wie: Nudeln mit Hähnchen, Gemüsesuppe und Reis oder Kartoffeln gibt.


Ein Tipp am Rande für Vegetarier:

Es ist allgemein in Südamerika schwer ethisch korrekte zu essen. Biolebensmittel , Kohlenhydrat-Armes und Fleischersatz sind schwer zu bekommen. In einfachen Restaurants und Kneipen bekommt man nicht mal einen einfachen Salat mit Öl-Dressing. Packt daher genügend vorgekochtes Vegetarisch / veganes Essen mit ein.

Fazit:


Am Ende unserer Reise waren wir einfach nur begeistert! Was für ein Abenteuer!

Die Pisten zwingen zwar den Fahrer zur Geduld und Ausdauer, doch was wäre es für ein Abenteuer wenn man durch Bolivien, einen der abgelegensten Winkel der Erde, per Autobahn durchjagen könnte?

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