177316586345514

Der 3. Tag in Rio („Museu do Amanhã”, „Praca da Republica“ und „Sambódromo“)

Ablauf

Am dritten Tag unserer Stadttour merkte man langsam wie der Kopf anfing überzulaufen vor Eindrücken. Also wollten wir nicht so weit fahren und uns die Dinge anschauen, die quasi fast vor unserer Tür sind; wie z.B. das Museum der Zukunft „Museu do Amanhã”, das vom Architekten Santiago Calatrava 2015 erbaut wurde. Das Gebäude ist nicht nur optisch eine Augenweide, sondern hat auch noch einen ökologischen Hintergrund. 5.400 bewegliche Solarpanels, die sich je nach Lichteinfall ausrichten sind auf den Dachflügeln installiert, noch dazu wird das Museum mit Meereswasser gekühlt, das später gefiltert wieder zurück in Meer gelassen wird.

Drinnen sollen sich interaktive Installationen , 3D Räume und ein 360° Dom befinden. Als wir jedoch die Schlange sehen vergeht uns fast die Lust, aber es nützt ja nichts. Also brav anstehen. Ein paar mal versuchen wir einen Museumshelfer zu erwischen um zu fragen, ob wir außer Ausweis o.ä. noch etwas für den Eintritt brauchen, doch keiner der 5-7 anwesenden Helfer spricht englisch. Nach ca. 1,5 Stunden war es endlich so weit, die Eingangstür ist schon in Sichtweite. Wir lächeln, strecken unsere Ausweise der freundlichen Empfangsdsame entgegen und sie sagt in fließendem Englisch. „I´m sorry, but you have buy the tickets online. During olympia, it´s only possible to get the tickets in the internet.“ Da fällt einem doch glatt der deutsche Unterkiefer runter! BITTE WAS? Wo steht das?!? Die Dame lächelt und zeigt mit ihrer Hand nach UNTEN rechts, auf ein Schild auf der Absperrung, direkt NEBEN dem Eingang (das von der riesen Schlange verdeckt ist) und sagt: „There!“ Tja Leute, was soll man da noch dazu sagen? Sich darüber aufzuregen, dass man so ein wichtiges Schild vielleicht lieber direkt neben die Eintrittspreise gehangen oder gerade zu Olympia wenigstens einen englisch-sprachigen Helfer zu den Museumsangestellten gestellt hätte? Aber was soll die Dame machen, immerhin ist sie eine Empfangsdame und nicht die Schildaufhängerin.

Recht frustriert genehmigen wir uns lieber ein paar Bier und suchen uns einen Park, der uns nach insgesamt 3 Stunden praller Sonne ein wenig Schatten spendet. Der Park „Praca da Republica“ ist im Zentrum der Stadt wie dafür gemacht. Riesen-Bäume, deren Namen wir noch rausfinden müssen, breiten ihre Arme über den Spaziergängern aus und bieten ein unvergleichliches Schattenspiel auf dem Boden. Als ob hunderte kleiner, graziler Bäume sich versammelt und zusammengewachsen sind bilden die Stämme einen Umfang von mehreren Metern. Unzählige Luftwurzeln hängen runter und erinnern uns an Tarzan, der stets eine passende Liane in der Hand hatte, um seine Jane zu retten. Außer uns suchen auch dutzende von Agutis hier nach Abkühlung. Diese Nagetiere sind sehr zu an Menschen gewöhnt und kümmern sich recht wenig um die Passanten. An einer Futterstelle versammeln sich noch außerdem verschiedene Entenarten, Katzen, Tauben und andere bunte Vögel. Plötzlich biegt auch noch ein Pfau um die Ecke!

Wann und wo sonst spaziert einfach ein Pfau ca. 1 Meter weit an dir vorbei und interessiert sich eher für die schlafenden Katze mitten auf dem Gehweg als für dich mit der Canon in der Hand? Die Brasilianer dagegen sind schwer unbeeindruckt von dem Tier und gehen fast teilnahmslos daran vorbei. Jaja, so ist es mit uns Gringos, wahrscheinlich sind wir von der Flora und Fauna hier echt einfach zu beeindrucken.

Ein wenig abgekühlt und schon fast nicht mehr böse über den Museums-Eintritt-Zwischenfall, entscheiden wir uns noch Xenias kleinen Wunsch zu erfüllen – die Bögen von Oscar Niemeyer am Sambadrom zu besichtigen. Die Bögen und das Sambadrom gehören nämlich zu Rio wie der Cristo oder der Zuckerhut! Was man so nicht alles aus Liebe tut, nimmt Tim tapfer noch mal 1-1,5 Stunden Fußweg bis zu den Tribünen auf sich.

Ein Teil des Sambadroms ist momentan nicht in Benutzung und ist provisorisch mit Gitterzäunen abgesperrt, der interessante Teil aber wird in der Olympiazeit für den Bogenwettbewerb und Leihathletik genutzt und dort befinden sich natürlich auch die Bögen. Groß, weiß und fast schon majestätisch sollen sie sein. Die Fotos im Internet versprechen auch eine schöne Sehenswürdigkeit! Tim und ich haben natürlich keine Karten für die Wettbewerbe, doch bei der Größe der Bögen müssen sie doch auch von außen zu sehen sein! Nach dem wir uns durchgefragt haben gehen wir durch eine schmale Gasse, die schon an die erste Favela angrenzt und schwer von dutzenden von Militärbeamten bewacht wird, in der Hoffnung das Sambadrom von hinten schauen und die Bögen so sehen zu können. Und wahrhaftig, wir biegen um die Ecke, sehen die Hintereinfahrt, freuen uns schon sehr gleich die Bögen von uns zu haben und, und…. da sind sie, schmal, klein, grau, mit abgeplatzter Farbe und gerade mal ca. 20m hoch und naja….. klein, sehr klein in allem. Tim schaut mich an, ich versuche seinen Blick zu lesen. Erstaunen, Belustigung, Überraschung, Enttäuschung starren mich an ………….. ach ja………… was man nicht alles aus Liebe tut?!? Auch wenn verrückte architekturbekloppte Freundin ihren Partner mehrere Stunden durch die Stadt schleift, Hauptsache die Frau ist glücklich….! Und ja, ich hatte und habe immer noch schlechtes Gewissen deswegen!

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Write A Comment

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?